| Entwicklung regionaler Wertschöpfungspartnerschaften |
Regionale Wertschöpfungspartnerschaften zur Forcierung des Strukturwandels
Die Entwicklung regionaler Wertschöpfungspartnerschaften ist elementarer Bestandteil der Umsetzung von Clusterstrategien. Bei der Definition von Clustern gilt das Hauptaugenmerk der Wertschöpfungskette, in der Unternehmen, spezialisierte Zulieferer und Dienstleister, Firmen in verwandten oder gleichen Branchen und zugehörige Organisationen innerhalb einer räumlichen Konzentration miteinander verbunden sind (vgl. Porter, Michael E. 1998: On Competition. Boston: Harvard Business Review).
Die Clusterförderung verzeichnet derzeit einen regelrechten Boom als Instrument der Regionalentwicklung, insbesondere in wissensintensiven Branchen. Denn neues Wissen wird zu Beginn seiner Entstehung in der Regel durch einen informellen Austausch weitergegeben, so dass die räumliche Nähe der Akteure dafür ausschlaggebend ist.
So erhöhen regionale Wertschöpfungspartnerschaften und Netzwerke in bestimmten Branchen nachweislich die Chancen auf Innovationen. Das spezialisierte Wissen stellt zudem ein Alleinstellungsmerkmal und einen wichtigen Faktor zur Erlangung regionaler Wettbewerbsvorteile dar. Insbesondere zur Bewältigung des Strukturwandels kann sich die Förderung von Branchenclustern als potenzialträchtiges Instrument erweisen, um eigendynamische Prozesse in Gang zu setzen.

Die Bereiche, in denen die Strategien zur Förderung greifen können, sind vielseitig und reichen von Initiativen in der Aus- und Weiterbildung, über die Bereitstellung spezifischer Infrastruktur bis hin zur Kooperationsförderung und Schaffung einer Vertrauensbasis im Netzwerk sowie Unterstützung bei der Erschließung weiterer Kooperationsfelder zwischen den Unternehmen.
Doch werden zunehmend auch kritische Stimmen zur Umsetzung von clusterorientierten Strategien laut, denn die Förderung eines einzelnen sektoralen Schwerpunktes in einer Region birgt auch verschiedene Risiken.
Vor allem können sich die Vorteile auf den Innovationsprozess erfahrungsgemäß auch zum Gegenteil wandeln und blockierend wirken, wenn keine ausreichenden externen Verflechtungen existieren, der gesamte Cluster sich nicht fortentwickelt und letztendlich den Marktanschluss versäumt. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass im Wettbewerb um Fördermittel auch solche Initiativen Gelder erhalten, die nicht über erfolgversprechende regionale Voraussetzungen verfügen, und Unternehmen sich nur aufgrund der Aussicht auf Fördermittel beteiligen. So kann es eine Folge sein, dass Fördermittel am Ende der Laufzeit verpuffen ohne ein nachhaltiges Ergebnis zu erzielen.